Samstag, 22. September 2007

Der Alltag

Nach langer zeit und vielen Beschwerden dass ich mal wieder was bloggen soll, hier der neuste Stand von meinem Erlebnissen in Bangkok.
Also um es kurz zu fassen: Es ist NICHTS passiert. NICHTS aufregendes was ich jetzt hier groß Verkünden könnte. Einfach NICHTS.

Im Moment hab ich mich langsam in mein neues Alltagleben eingefunden. Jeden Morgen klingelt mein Handy pünktlich um 6:00 Uhr. Um 7:00 Uhr (Plus Minus paar Minuten) verlass ich das Haus Richtung Arbeit. Was ich gelernt hab ist, dass

  • wenn ich nach 7:00 mich auf dem weg begehe komm ich direkt in den Berufsverkehr und ärger mich „warum wieder so lange im Bad getrödelt“
  • wenn ich bisschen vor 7:00 mich auf dem weg begehe bin ich vor dem Berufsverkehr aber dann viel zu früh auf der Arbeit.

Ich hätte es nie gedacht aber paar Minuten eher oder später machen schon eine Menge aus. Auf dem weg hör ich je nach Laune die passende Musik (irgendwie macht es ja ehe jeder, okay der Satz ist beim 2. durchlesen ein bisschen doof formuliert). Bei einem 6-fach CD-Wechsler kann man viel Musik mitnehmen. Wenn viel Verkehr ist hör ich meinst Lieder wie z.B. von den Donots -„Knowledge“, wenn der Verkehr einigermaßen fließen ist und die anderen Verkehrsteilnehmer unbedingt immer die Spur wechseln müssen, dann z.B. „Move Bitch get out of my way“. Wenn es stark regnet und man alleine im Auto sitzt, während draußen die verschiedenen Leute unterschlupft suchen, die Scheibenwischer nicht mehr hinterherkommen bei den dicken Regentropfen und man von der Autobahn die Hochhäuser von Bangkok betrachten kann, hör ich am Liebsten Thailändische Liebeslieder und sing immer mit (wie gut dass ich alleine im Auto sitz und keiner mein geheule ertragen muss).

Auf Arbeit (7:50 Uhr) angekommen, erstmal alle grüßen und mir einen Kaffee machen (um 8:00 Uhr ist Arbeitsbeginn). Hey, Dicker an dieser Stelle danke, kein wunder dass du immer Kaffee trinkst, in der Küche lernt man am schnellsten viele Leute kennen und ist gleich mitten in der Firmen internen Gerüchteküche immer auf dem aktuellsten Stand. Ich wusste es selber nicht einmal dass ich eine Freundin in der Firma hab oder dass manche denken ich sei schwul, wow was man alles so mitbekommt. Irgendwie bin ich jetzt schon voll zum Kaffeesäufer geworden. Um 9:00 trink ich meinst schon meine 2. Tasse, dann geht’s im 90 min Tack weiter bis 17:30 Uhr (die Zeit wenn ich Aufhöre zu arbeiten).
Was ich so den ganzen Tag mache, neben dem Kaffee trinken? Also ich programmier im Moment eine Weboberfläche mit Datenbankanbindung für die Lagerabteilung, damit sie die Waren direkt in ihre Hauptdatenbank abgespeichert werden können. Das alte Windows Programm soll auf Grund von Unflexibilität abgeschafft werden. Nicht so ganz einfach, weil ich es in einer Sprache schreiben soll mit der ich noch nie was zu tun hatte, aber es macht riesigen Spaß und mein Chef hat immer Zeit um mir Tricks zu zeigen oder Tipps zu geben wie ich es noch besser machen könnte. Aber ich glaub für jeden ist es klar dass ich nicht den ganzen Tag mit Programm schreiben verbringe. Neben den kreativen Kaffeepausen geh ich immer noch gern durch die Produktionshallen spazieren. Immerhin müssen neue Freundschaften gepflegt werden.
Mittagsessen, geh ich immer noch mit meinen Frauen in die Kantine oder gehen draußen essen. Ich, der im letzten Eck vom Großraumbüro sitzt, hol auf dem Weg in die Kantine oder zum Ausgang meine Clique zum essen ab. Beim Mittagessen haben wir eine Gemeinschaftskasse gegründet, aus dem wir das Essen bezahlen. Reis ist in der Kantine für alle kostenlos, was wir nur bezahlen müssen sind die Beilagen (Curry, Fisch, oder andere lecker thailändisches Essen). Für mich ist dies ganz praktisch. Immerhin bin ich der, mit dem größten Appetit, und komm da recht kostengünstig zu meinem Mittagessen. Nach dem Mittagessen treffe ich mich dann wieder mit meiner Kaffeecrew um 15:00 zum Kaffee trinken. Bis Arbeitsende 17:30 Uhr passiert nicht mehr sehr viel. Außer dass ich ziemlich oft aufs Klo muss wegen dem ganzen Kaffee. Auf dem Heimweg hör ich dann wieder die gleiche Musik wie auf dem Hinweg. Aber im Moment zeichnet sich eine Tendenz – Richtung mehr Thailändische Lieder ab, alles Liebeslieder.

Ach ja vielleicht doch ne Neuigkeit. In der Mittagspause gebe ich jetzt immer Montag, Mittwoch und Freitag Deutschunterricht. In der einen Stunde Mittagspause hab 30 min essen Zeit zum essen. Die anderen 30 min halte ich meinen Unterricht im großen Besprechungszimmer. Von ursprünglich 7 Leuten ist meine Klasse auf 21 angewachsen. Einer meiner Schüler ist der Chef von der Firmenniederlassung in Thailand. Es ist erstmal ein Versuch. Mal abwarten wie sich das ganze entwickelt. Irgendwie macht mir das Lehrer sein echt Spaß. Soll ich vielleicht doch Lehrer werden? Oder macht mir nur Spaß weil ich so viele Schülerinnen habe (gerade mal 4 Kerls in der Klasse) und manche fragen ob ich auch „one by one“ – Unterricht erteile?

So das war erstmal…

Hier paar Bilder einfach so zu anschauen:

Paar Minuten später und schon Verkehr auf der Autobahn

Paar Minuten eher alles Frei
Ein Käfer in der Großstadt
Abends wenn ich Thai Musik hör...


Was so zum Mittag gibt wenn wir nicht in der Kantine essen:








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